Gerade mal sechs Wochen später, nachdem mich mein Ehemann verlassen hat, bekam ich eine Einladung zu einer Fetischparty. Eintritt und Getränke frei. Ich musste nicht lange überlegen. Das musste ich erleben. Ich googelte wie wild nach Erfahrungsberichten, denn ich wollte weder over- noch underdressed dort erscheinen. Es schien alles möglich. Vom braven Schulmädchenoutfit bis hin zum kompletten Lack- oder Lederoutfit. Die Entscheidung fiel schwer. Ich entschied mich neutral für schwarzen Rock, Halterlose und Korsett.

Auf meinen Stilettos marschierte ich unsicher in den Club. Mein all inklusive Armbändchen den sexy Türsteherinnen gezeigt und ab ins Partyleben. Man musste direkt an der Garderobe vorbei und ich blieb erstmal stehen, um zu beobachten, was dort passiert. Ein Jäckchen zum Ablegen hatte ich nicht dabei. Es kamen völlig normal aussehende Versicherungsvertreter im Anzug in die Garderobe, um wenige Minuten später als Schlampe wieder aufzutauchen. Hautenger Mini, Highheels und Netzstrümpfe. Knallrot geschminkte Lippen.

An mir vorbei zwängten sich nackte Oberkörper, harte Nippel streiften meinen Oberarm und ausgeschnittende Lackleggings zeigten mir wohlgefortme Hintern. Neugierig wollte ich die anderen Räume erkunden. Aber erst einmal brauchte ich ein Glas Sekt zum Locker werden. Glas war leicht untertrieben: ein großer Pappbecher randvoll mit kaltem, prickelnden Sekt. Ich glaube den habe ich erstmal geext. Und suchte dann den DJ, von dem ich die Einladung hatte. Vorbei an aufgeheizten Körpern. Frauen in Dessous, die fast nichts verhüllten. Männer, die ihre Muskeln und die beachtliche Männlichkeit in hautengem Latex zeigten. Vor dem DJ Pult wurde direkt gevögelt. Eine vollbusige Blondine ließ sich von einem tatowierten Glatzkopf von hinten nehmen. Einige Männer in schwarzen Anzügen standen daneben und mastubierten öffentlich. Fasziniert schaute ich zu.  Ja die Situation erregte mich. Und hielt Ausschau nach einem Lustobjekt. Keiner konnte mein Interesse wecken.

Lieber noch einmal Sekt holen und alles beobachten. Frauen in barocken Kleidern, deren Nippel schön präsentiert wurden. Männer an Hundehalsbändern und devotem Blick, während „Frauchen“ sich mit anderen Partygästen unterhielt. Transvestiten, mit schwindelerregenden Highheels. Ganzkörperlatex inklusive Gesichtsmaske. Männer die sich so innig küssten, dass ich direkt neidisch wurde.

Der Sekt machte mich lockerer und ich begann meine Erkundungstour. Der erste Raum war mit Matratzen gefüllt, aber leider stockdunkel. Gelegentlich konnte man ein paar Bewegungen erkennen, die eindeutig sexuell waren, aber näheres nicht erkennbar. Der zweite Zimmer war schon vielversprechender: zwei Bretter, in der Mitte ein Loch für den Hals. Die Dame hatte ihren Kopf hindurch gesteckt. Die Hände auf dem Rücken gefesselt. Hintern in die Höh. Zwei Männer bedienten sie: oral und von hinten. Dem juchzen nach zu beurteilen hatte sie jede Menge Spaß. Im dritten Raum ein Gynäkologenstuhl. Darauf ließ sich gerade ein Mann ausführlich untersuchen. Nicht meine Welt und ich versuchte zurück zur Tanzfläche zu kommen. Ein Mann mit tätowiertem Oberkörper suchte eindeutig näheren Kontakt und ein klares Zeichen mit abwehrender Hand aktzeptiere er sofort.

Auf der Tanzfläche hing eine Schaukel und zwei Frauen nutzen sie für ihr Liebesspiel. Eine Mischung aus Lust und Necken. Die Mädels waren schon ziemlich heiss. Männer wie Frauen waren fasziniert.

Im Endeffekt hatte ich ein einen tollen Abend mit einem schwulen Pärchen. Nachdem geklärt war, dass sie nicht auf Frauen stehen, haben wir zusammen getanzt, getrunken und geredet.

Völlig erschöpft wollte ich um um 5 Uhr morgens nur nach Hause und stiefelte etwas unsicher Richtung Ausgang. Ein Gentleman hielt mir die Tür auf und wir kamen ins Gespräch. Gar nicht mein Typ. Typischer Spießer, schwäbischer Akzent und grauenhafte Schuhe. Hab ihn trotzdem mit nach Hause genommen und bin zwei Stunden königlich gevögelt worden. Lassen wir uns zu sehr vom Äußeren beeinflussen? Auf der Straße hätte ich ihn erfolgreich ignoriert. In der dieser Nacht war er mein Sexgott.

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