Der Rausschmiss aus dem Hamsterkäfig

Es gibt die gewollte und die ungewollte Veränderung. Meine war definitiv ungewollt, aber zwingend notwendig. Ich lebte gelangweilt in meinem kleinen „Hamsterkäfig“, der aus Familie, arbeiten und Unzufriedenheit bestand. Aber der kleine Käfig bot mir auch Sicherheit. Ich kannte ihn ja in- und auswendig. Nur jeder Tag glich dem anderen: wenig Motivation zur Arbeit zu gehen, genervt von zwei pubertierenden Töchtern und unglücklich in meiner Ehe. Den Mut etwas zu ändern hatte ich nicht.

Das übernahm jemand anderes: mein Mann. Von einem Tag auf den anderen zog er aus und ich stand etwas verwirrt, unsicher und ein bisschen beleidig vor meiner Hamsterkäfigtür.

Umbau und Aufbau

Es folgte ein Monat aus Selbstmitleid und Angst vor dem neuen Leben. Viele Abende mit Freundinnen, dem teuersten Rotwein des Verlassers (den hatte er nicht mitgenommen) und gefühlsdusseligen Liedern brachten mich dann zu der Erkenntnis: jetzt werde ich glücklich. Voller Tatendrang habe ich dann die Dinge gemacht, die ich schon immer vor mich hin geschoben habe:

  • das Haus entrümpelt: alles weg geschmissen, was ich nicht mehr um mich herum haben will. Um es mir etwas einfacher zu machen, habe ich mir vorgestellt, dass ich am nächsten Tag in eine zwei Zimmer Wohnung ziehen müsste
  • keine Erinnerungen! Wenn der Expartner einen Neustart ohne Altlasten machen kann, dann kann ich das auch. Der Gedanke, ins Haus zu kommen und es ist alles wie früher, nur dass er fehlt….Nein Danke das wollte ich nicht. Also flogen auch die alten Möbel raus. Jetzt konnte ich meinen Traum von weißen Schränken und einem Kuschelsofa verwirklichen. Muss ja nicht alles neu sein. Meine Wohnzimmerschränke sind ein Schnäppchen aus den Kleinanzeigen.
  • So eine zweite Hälfte vom Kleiderschrank ist nicht zu verachten. Meine Seite quoll schon lange über und auch hier habe ich kräftig aussortiert. Dabei fiel mir auf, dass ich so tolle Sachen habe und trotzdem in Jeans und T-Shirt rumlaufe. Ist eben der schnellste Griff in den Schrank. Also habe ich mir die Zeit genommen und Outfits zusammen gestellt. Ein Bügel – ein Dress. Nach unterschiedlichen Bedürfnissen: von elegant bis sportlich. Gut angezogen hebt ungemein das Selbstbewußtsein.
  • let`s Party: ich bin wieder gegenüber anderen aufgeschlossen. Knüpfe neue Kontakte. Und ich bin offen für jede Herausforderung. Ich freue mich auf mein neues Leben.

 

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